Nasdaq-Rekordlauf geht weiter
- Dec 16, 2024
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Die Technologieaktien haussieren, die Standardwerte bröckeln: Dieses Schauspiel zeigten die US-Börsen auch zu Beginn der neuen Woche. Der deutsche Markt präsentierte sich vorweihnachtlich ruhig.

Dass die amerikanische Notenbank ihren Leitzins am Mittwoch nochmals senken wird, gilt an den Finanzmärkten als ausgemachte Sache. Was aber kommt danach? Angesichts wahrscheinlicher Einfuhrzölle unter der neuen Trump-Administration, die auf eine ohnehin hartnäckige Inflation treffen werden, und des robusten Arbeitsmarkts in den USA erwarten viele Marktteilnehmer eine Zinspause der Fed im kommenden Frühjahr.
In diesem Spannungsfeld zeigen sich auch die New Yorker Börsen seit Tagen zwiegespalten. Die Standardwerte des Dow Jones setzten ihren Abwärtskurs bereits den achten Handelstag in Folge fort. Der US-Leitindex ging mit einem leichten Abschlag von 0,25 Prozent auf 43.717 Punkte aus dem Handel.
Infront USA Industrial
43.728,43PKT -101,62 (-0,23%)

Ganz anders präsentierten sich erneut die Technologiewerte. Diese gelten wegen ihrer tendenziell höheren Verschuldung als zinssensitiver als die Standardaktien. Der Nasdaq 100 setzte seinen Rekordlauf fort und markierte neue Rekordstände über 22.000 Punkten. Der Technologieindex gewann 1,45 Prozent auf 22.096 Punkte. Auch große Technologietitel wie Amazon, Alphabet und Tesla erreichten neue Bestmarken.
Infront USA Tec 100
22.088,18PKT +314,23 (+1,44%)

Die Konjunkturdaten des Tages stärkten die Zinserwartungen an die Fed. Sowohl der Einkaufsmanagerindex von S&P Global als auch der Empire State Index fielen etwas schwächer als erwartet aus.
DAX vor Korrektur oder Weihnachtsrally?
Am deutschen Aktienmarkt war zu Beginn der letzten vollen Handelswoche des Jahres wenig Kaufbereitschaft auszumachen. Der DAX büßte 0,45 Prozent auf 20.313 Punkte ein. Am Freitag hatte der deutsche Leitindex noch bei knapp 20.523 ein neues Rekordhoch aufgestellt - zum 42. Mal in diesem Jahr.
DAX ®
20.313,81PKT -92,11 (-0,45%)

Kommt es in den verbleibenden paar Handelstagen noch zu der viel beschworenen "Weihnachtsrally"? Die Hoffnung darauf wird von der Tatsache getrübt, dass deutsche Aktien schon zuletzt kräftig zugelegt haben. Insgesamt ist der DAX in diesem Jahr bereits um 22 Prozent gestiegen. "Nach den spektakulären Kursgewinnen der Vorwoche" konstatierten die Experten der HSBC ein "Durchatmen". Auf der Unterseite stecke nun die jüngste Aufwärtskurslücke von Anfang Dezember bei 20.085/20.038 Punkten einen ersten Rückzugsbereich ab.
Auch IG-Experte Christian Henke sieht das technische Potenzial im DAX jetzt "weitgehend ausgereizt". Der deutsche Leitindex scheine allmählich reif für eine Korrektur. Dagegen rechnet Christian Zoller, Charttechnikexperte der ING, tendenziell mit eher steigenden Kursen. Er verweist auf die positive Saisonalität. Diese spiele dem DAX in die Hände, da ab Mitte Dezember statistisch betrachtet mit einer Weihnachtsrally zu rechnen sei.
Wirtschaft bleibt im Schrumpfmodus
Frische Konjunkturnachrichten kamen auch aus der Eurozone. Dort hat sich die Unternehmensstimmung im Dezember überraschend verbessert. Der von S&P Global ermittelte Einkaufsmanagerindex stieg einer ersten Berechnung zufolge um 1,2 Punkte auf 49,5 Punkte, signalisiert damit aber weiterhin einen Rückgang der wirtschaftlichen Aktivitäten. Auch in Deutschland verharrte der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft unterhalb der Expansionsschwelle von 50 Punkten - zum sechsten Mal in Folge. Vor allem die Industrie bereitet weiter Sorgen.
Derweil hat EZB-Präsidentin Christine Lagarde weitere Zinssenkungen signalisiert. "Wenn die eingehenden Daten weiterhin unsere Grundlinie bestätigen, ist die Richtung klar", sagte Lagarde in Litauen. "Wir gehen davon aus, dass wir die Zinssätze weiter senken werden." Aktuell liegt der Einlagenzins in der Eurozone bei 3,0 Prozent.
Euro ringt um 1,05 Dollar
Die Aussicht auf ein vergleichsweise lockereres Zinsregime in der Eurozone setzte den Euro etwas unter Druck. Die Gemeinschaftswährung rang mit der Marke von 1,05 Dollar. Der Goldpreis tendierte mit 2.653 Dollar je Feinunze seitwärts.
EUR/USD
1,0511$ +0,0014 (+0,13%)

Ölpreise geben nach
Am Rohstoffmarkt verbilligte sich Rohöl der Nordseesorte Brent um 0,7 Prozent auf 73,76 Dollar je Barrel (159 Liter). Der Rückgang wurde durch Befürchtungen begrenzt, dass es im Falle weiterer US-Sanktionen gegen die Hauptlieferanten Russland und Iran zu Lieferausfällen kommen könnte.







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